BARGELDLOS ZAHLEN: ZAHLUNGSFORMEN UND DEREN SICHERHEIT IM VERGLEICH

 

 

 

41 Prozent aller Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren erledigen ihre Bankgeschäfte online *. Die Zeiten, in denen ein Überweisungsträger nur mühevoll per Hand ausgefüllt und in der Bankfiliale abgegeben werden konnte, sind längst passé. Und auch das Bezahlen per girocard (ehemals EC-Karte) oder Kreditkarte ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Doch wie steht es um die Sicherheit dieser verschiedenen Zahlungsmethoden?

girocard (ehemals EC-Karte): Mit ihr kann man an Automaten Geld abheben und beim Einkaufen bequem bargeldlos bezahlen. Seit spätestens 01.01.2011 tragen alle girocard und maestro-Karten in den SEPA-Ländern (das sind derzeit 33 Länder, die eine Überweisung in der Währung Euro ermöglichen) einen Chip. Der Chip dient zum einen der Sicherheit, bietet in Deutschland jedoch zusätzlich die Funktion GeldKarte. Diese kann separat am Geldautomaten aufgeladen werden und fungiert als elektronisches Kleingeld zur Zahlung von Kleinstbeträgen – beispielsweise an Parkautomaten. Bei Verlust lässt sich die girocard schnell sperren, um Missbrauch vorzubeugen. Dafür benötigt man die Kontonummer und Bankleitzahl. Daher empfiehlt es sich, diese sowie auch die Rufnummer für die Kartensperre separat bei sich zu tragen. Die Sperrung kann direkt, 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche bei der Hausbank erfolgen. Alternativ steht auch der Sperr-Notruf 116 116 zur Verfügung.
 

 


Kreditkarte: Sie dient dem bargeldlosen Bezahlen – weltweit an über 35 Millionen Akzeptanzstellen und natürlich auch im Internet. Zusätzlich kann mit der Kreditkarte und einer PIN auch im Ausland an Geldautomaten Bargeld abgehoben werden. Dafür fallen je nach Kreditinstitut Preise in unterschiedlicher Höhe an. Auch hier gilt: Informieren und vergleichen lohnt sich. Um sicher zu sein, dass der Benutzer der Karte der rechtmäßige Inhaber ist, verlangen viele Händler beim Bezahlvorgang zusätzlich zur Unterschrift die Vorlage des Ausweises. Bei Verlust ist die Kreditkarte per Telefonanruf sperrbar. Dafür sollte man die Kreditkartennummer bereithalten. Die Sperrung kann direkt per Anruf über die eigene Hausbank erfolgen oder über die jeweilige Hotline des Kreditkartenanbieters und über den Sperr-Notruf 116 116 auch außerhalb der Geschäftszeiten.

Überweisung: Per Anweisung durch den Kontoinhaber oder einen Verfügungsberechtigten belastet die Bank das Konto ihres Kunden und schreibt den genannten Betrag dem Konto des Empfängers gut. Werden beide Konten beim selben Kreditinstitut geführt, erfolgen Belastung und Gutschrift taggleich – wenn es sich um private Konten handelt. Für Geschäftskonten können andere Konditionen vereinbart werden. Überweisungen lassen sich nur bedingt stornieren, da das Konto des Empfängers nicht ohne Weisung eines Verfügungsberechtigten belastet werden darf. Wer einen Fehler bei einer getätigten Überweisung feststellt, sollte sich umgehend mit der eigenen Bank in Verbindung setzen.
Die bekannte Inlandsüberweisung wird durch die sog. SEPA-Überweisung abgelöst: Verbraucher können jedoch in einer Übergangszeit bis Februar 2016 noch Zahlungen mit Kontonummer und Bankleitzahl einreichen. Für alle anderen wird die Nutzung der IBAN verpflichtend.
 

 

 


Internationale Überweisung: Innerhalb des SEPA-Raumes (EU-Länder und Island, Norwegen, Lichtenstein, Schweiz und Monaco) wird die so genannte SEPA-Überweisung genutzt (SEPA = Single Euro Payment Area). Es gibt einheitliche, vereinfachte Regelungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der SEPA-Teilnehmerländer*. Es macht keinen Unterschied, ob die Überweisung innerhalb von Deutschland oder beispielsweise zwischen Deutschland und Frankreich stattfindet. Für eine SEPA-Überweisung wird u. a. die IBAN und BIC des Empfängers benötigt.

IBAN ist die Abkürzung für die International Bank Account Number. Sie ist eine standardisierte Kennung für Bankkonten und besteht aus einem Ländercode, einer Prüfzahl, der Kontonummer sowie der dazugehörigen Bankleitzahl. Der BIC ist der Bank Identifier Code und stellt das Kennzeichen der Empfängerbank dar, damit die Überweisung den Empfänger auch erreicht.
Der BIC ist der Business Identifier Code und stellt wegen seiner Eindeutigkeit eine Art internationale Bankleitzahl dar. Benötigt wird der BIC für inländische SEPA-Zahlungen noch bis 01.02.2014, für grenzüberschreitende SEPA-Zahlungen noch bis 01.02.2016.
Für Überweisungen in Länder, die nicht zu den SEPA-Teilnehmerländern gehören, oder für Auslandsüberweisungen in einer Fremdwährung wird der so genannte Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr verwendet. Für diesen Auftrag fallen separat geregelte Preise an.

SEPA-Basislastschrift: Die Basislastschrift ermächtigt den Zahlungsempfänger, den offenen Geldbetrag vom Konto des Zahlungspflichtigen abbuchen zu lassen – beispielsweise die monatliche Handyrechnung. Ein sehr sicheres Verfahren, da der Zahlungspflichtige bis zu acht Wochen nach Kontobelastung der Abbuchung unbürokratisch widersprechen kann und diese dann umgehend zurück gebucht wird.
Die SEPA-Basislastschrift löst ab Februar 2014 die nationalen Lastschriftverfahren im SEPA-Zahlungsverkehrsraum weitestgehend ab: Das SEPA-Basislastschriftverfahren enthält zahlreiche, bereits vom deutschen Einzugsermächtigungsverfahren bekannte Elemente. Bestehende Einzugsermächtigungen können meist umgedeutet werden, d.h. im neuen Verfahren weiter verwendet werden. Neu ist, dass die SEPA-Lastschrift auch grenzüberschreitend im SEPA-Raum mit gleichen Rechten und Pflichten genutzt werden kann.

Dauerauftrag: Das ist ein Auftrag an die kontoführende Bank, eine Überweisung in festgelegter Höhe regelmäßig auszuführen – beispielsweise die monatliche Mietzahlung. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein sicheres Verfahren, die Bank haftet hier für alle nach einem Widerruf des Dauerauftrages getätigten Überweisungen.

Online-Bezahlsysteme: Darunter versteht man die Abwicklung von Zahlungen und Überweisungen bei Onlinegeschäften durch unabhängige Dienstleister, wie PayPal, Clickandpay oder expercash. Bezahlsysteme sind immer dann von Vorteil, wenn die Kontodaten des Käufers verborgen bleiben sollen. Das kann bei Internet-Geschäften sinnvoll sein, da so der Missbrauch von Bankdaten des Käufers durch den Verkäufer verhindert wird. Durch Verschlüsselung bei der Datenübermittlung ist ein einfacher Schutz geboten. Wer Bezahlsysteme nutzt, sollte Rechnungen oder Versandbestätigungen immer aufbewahren, um im Zweifelsfall nicht ohne Belege da zu stehen.

Mobile Payment: Dieses neue Bezahlsystem soll der Vereinfachung des Zahlungsverkehrs dienen. Der Bezahlvorgang wird vom Käufer direkt im Geschäft mittels Handy ausgelöst. Bisher ist das System in Deutschland wenig verbreitet, verschiedene Dienste sind kurz nach ihrer Einführung aufgrund mangelnder Akzeptanz wieder vom Markt genommen worden. Vereinzelt werden auch aktuell Mobile Payment Services angeboten, etwa von der Deutschen Bahn, Lufthansa oder auch der Deutschen Post mit dem so genannten Handy-Porto.

* SEPA-Staaten und Gebiete: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland (einschl. Alandinseln), Frankreich (einschl. Französisch Guayana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Barthelemy, St. Martin, Saint-Pierre, Mayotte, Miquelon), Gibraltar, Griechenland, Irland, Italien, Island, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal (einschl. Azoren, Madeira), Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien (einschl. Ceuta und Melilla, Kanaren), Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, Zypern

 
SEPA: Am 1. Februar 2014 geht’s los. Sind Sie bereit? Infos für Privatkunden und Firmenkunden
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