Der SWIFT Code

 

Der SWIFT-BIC (BIC ist die Abkürzung für Bank Identifier Code) wird umgangssprachlich auch BIC-Code oder SWIFT-Code genannt, korrekt wären aber SWIFT-Adresse oder BIC.

Es handelt sich um einen nach ISO 9362 international standardisierten Code, mit dem weltweit jeder direkt oder indirekt teilnehmende Partner eindeutig identifiziert werden kann. Er findet weltweit Verwendung bei Kreditinstituten, Brokern, Lagerstellen und Unternehmen.

Der BIC oder SWIFT-Code hat eine Länge von 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen und folgenden Aufbau:

 BBBBCCLLbbb
 BBBB  4-stelliger Bankcode, vom Geldinstitut frei wählbar (nur Alphazeichen)
 CC    2-stelliger Ländercode nach ISO 3166-1 (nur Alphazeichen)
 LL    2-stellige Codierung des Ortes (alphanumerische Zeichen; wenn das zweite
        Zeichen eine 1 ist, so handelt es sich um einen passiven SWIFT-Teilnehmer;
        wenn das zweite Zeichen eine 0 ist, so handelt es sich um einen Test-BIC)
 bbb   3-stellige Kennzeichnung (Branch-Code) der Filiale oder Abteilung (optional, 
       Standard: "XXX", kann weggelassen werden, andere Kennzeichen nicht)
       (alphanumerische Zeichen)

SWIFT-Mitglieder (Banken) können für Nicht-SWIFT-Mitglieder (z. B. große Industriefirmen) bei SWIFT einen genauso aufgebauten Code registrieren lassen, der dann BEI (Business Entity Identifier) genannt wird. Ein typisches Anwendungsfeld sind Online-Applikationen von Unternehmen, um den Kunden seine tatsächlichen Kontodaten anzuzeigen und auch Geldzahlungen automatisiert mit der jeweiligen Bank durchführen zu können. Corporates, die seit einiger Zeit bei SWIFT auch direkt angeschlossen werden können, erhalten auch als SWIFT-Teilnehmer einen BEI. Die unterschiedliche Namensgebung hat jedoch keinen Einfluss auf die Funktion des Codes des jeweiligen SWIFT-Teilnehmers.

 

Vorteile des BIC

Die Verwendung von BICs in einem Interbankauftrag (SWIFT-Nachricht) via SWIFT erleichtert die automatische Weiterverarbeitung, da ein BIC mit der entsprechenden Software bei jedem Institut in die interne Bankidentifikation umgesetzt werden kann (Straight Through Processing), auch wenn es sich um einen passiven SWIFT-Teilnehmer handelt. Dagegen müssen SWIFT-Volladressen einer Bank manuell interpretiert werden. SWIFT publiziert dazu regelmäßig, momentan monatlich, ein BIC Directory mit Informationen über Neuaufnahmen, Änderungen und Löschungen.

Beispiele

  • Der SWIFT-BIC RBOSGGSX ist der Natwest Offshore Bank auf der Kanal-Insel Guernsey in Großbritannien zugeordnet, deren Konten jedoch ähnlich der IBAN GB45NWBK12345678901234 lauten.
  • Der SWIFT-BIC RZTIAT22263 ist der Raiffeisenbank Kitzbühel (Bankleitzahl: 36263) in Österreich zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC BCEELULL ist der "Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat" in Luxemburg zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC MARKDEFF (oder auch MARKDEFFXXX) ist der Zentrale der Deutschen (DE) Bundesbank (MARK) in Frankfurt am Main (FF) zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC GENODEF1JEV ist der Volksbank Jever zugeordnet. Sie befindet sich im deutschen (DE) Verbund der Genossenschaftsbanken (GENO) und ist passive SWIFT-Teilnehmerin (1), also ohne direkte Verbindung zum SWIFT-System.
  • Der SWIFT-BIC UBSWCHZH80A ist der Schweizer Bank UBS AG zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC CEDELULLXXX ist der Clearstream Banking S.A., Luxembourg zugeordnet.
  • Der SWIFT-BIC HELADEF1RRS ist der Rhön-Rennsteig-Sparkasse zugeordnet. Da sie passive SWIFT-Teilnehmerin ist, werden z. B. Transaktionen nur mit dem 8-stelligen Code HELADEFF der übergeordneten Landesbank Hessen-Thüringen akzeptiert.

 

SWIFT

Ein Begriff, der aus dem Auslandszahlungsverkehr nicht wegzudenken ist, ist S.W.I.F.T.

SWIFT ist die Abkürzung für "Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications". Wie aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich um eine Gesellschaft, die für Telekommunikation zwischen Banken weltweit sorgt. Träger der Gesellschaft mit Sitz in La Hulpe, Belgien, sind die Banken selber. Anteilseigner oder members (und Stimmberechtigte im Verhältnis des generierten Nachrichtenvolumens) konnten bislang nur Banken sein, andere Finanzinstitute wie Broker, Investmenthäuser, Börsen und Wertpapierclearer konnten seit 1987 nur als stimmrechtslose Teilnehmer oder participants Kunde von SWIFT werden. Im März 2000 wurde jedoch entschieden, daß auch einige Teilnehmer aus dieser Kategorie Vollmitglied werden können.

Gleichzeitig wird der Begriff SWIFT auch umgangssprachlich für das Netz benutzt, das SWIFT als Gesellschaft bereitstellt.

Der Begriff "Telekommunikation" klärt auch gleich ein häufiges Mißverständnis: Über SWIFT wird kein Geld ausgetauscht, sondern nur Nachrichten.
In diesen Nachrichten teilt dann eine Bank zum Beispiel einer anderen mit, daß für deren Kunde ein Überweisungsauftrag vorliegt, dessen Gegenwert sich die Empfängerbank bitte zu folgendem Termin von dem genannten Verrechnungskonto holen möge und an den Zahlungsempfänger weitergeben soll. Ebenso gibt es aber Nachrichtentypen (SWIFT NACHRICHT) für Auszüge, für das Dokumentengeschäft, für Wertpapier- und Devisenhandelsgeschäfte etc.

Anfang 2005 gab es knapp 7500 Benutzer in 202 Ländern, die sich untereinander 9 Mio Nachrichten am Tag schickten. Die Laufzeit dieser Nachrichten liegt in der Regel im Bereich von 30 Sekunden (wenn der Empfänger angemeldet ist, sonst werden die Nachrichten in einer Warteschlange vorgehalten). Zu diesem Zweck läßt SWIFT ein weltweites Leitungsnetz betreiben und unterhält zwei redundante Hochverfügbarkeitsrechenzentren, OPC oder Operating Center genannt, in Europa und USA.

Jeder SWIFT-Teilnehmer hat eine eindeutige Kennung, den sogenannten BIC (Bank Identifier Code). Dieser hat 8 oder 11 Stellen und ist wie folgt aufgebaut:

  • bank code
    4 Stellen Alphazeichen frei gewählt (Bundesbank z.B. MARK)
  • country code
    2 Stellen Alphazeichen, ISO-Code des Landes (in Deutschland also DE)
  • location code
    2 Stellen alphanumerisch zur Ortsangabe (z.B. FF für Frankfurt)
  • branch code
    wahlweise 3 Stellen alphanumerisch zur Bezeichnung von Filialen

Einige Besonderheiten kann man auch am SWIFT-BIC erkennen :

  • Eine Null an der 8. Stelle kennzeichnet eine Testkennung
  • Eine 1 an der 8. Stelle gibt an, daß es sich nicht um einen Live-Teilnehmer handelt, der selber an SWIFT angeschlossen ist (sogenannte non-SWIFT BICs). Solche Kennungen können nur als eine Art "Adreßkürzel" in Nachrichten benutzt werden, wenn auf diese Bank verwiesen wird, diese Teilnehmer können aber selber keine Nachrichten senden oder empfangen
  • Bei US-amerikanischen Kennungen gibt die vorletzte Stelle des location codes die Zeitzone (3=Ostküste bis 6=Westküste) der betreffenden Bank an
  • Eine Stelle mit Sende-/Empfangsterminal hat immer eine 8-stellige Kennung, Filialen (11 Stellen) senden immer über die übergeordnete 8-stellige Nummer

Wegen seiner Eindeutigkeit wird ein SWIFT-BIC im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr wie eine Art internationale Bankleitzahl verwendet. Diese Codes sind nach ISO 9362 genormt und SWIFT ist von ISO als die "registration authority" für die Umsetzung der Norm benannt worden.
Hinweis in eigener Sache:
Sie können im SWIFT-BIC Verzeichnis selber nach BIC Codes suchen! Die uns individuell per Email erreichenden Fragen nach den BICs einzelner Banken können wir nicht beantworten.

Nachrichten innerhalb des SWIFT-Netzes werden verschlüsselt, auf korrekten Aufbau geprüft, eindeutig referenziert, zwischengespeichert und auf Veränderungen überprüft. Vom Einzelterminal (an dem sich der einzelne Benutzer per Chipkarte identifizieren muß) bis zu den Rechenzentren (die angeblich keinen Vergleich mit Fort Knox scheuen müssen) wird so die Sicherheit der Nachrichten gewährleistet. Teilnehmer können außerdem untereinander gegenseitig individuelle Schlüssel austauschen (sogenannter BKE, bilateral key exchange), um Nachrichten zu signieren.

Nachrichten (oder Message Types/MT, wie sie genannt werden) im SWIFT-Netz haben als Typbezeichnung immer eine dreistellige Nummer. Die erste Ziffer gibt hierbei die Nachrichtenkategorie an:
0 steht für System Messages, zum Beispiel die Duplikatsanforderung einer gespeicherten Nachricht.

  1. Customer Payments & Cheques
    Nachrichten zu (End-)Kundenzahlungen, zum Beispiel MT 103 als Kundenüberweisung
  2. Financial Institution Transfer
    Nachrichten zu Bank-an-Bank Zahlungen, zum Beispiel MT200 als Bankübertrag für eigenes Konto
  3. Foreign Exchange, Money Markets & Derivatives
    Devisen-, Geldhandelsgeschäfte und Derivate, zum Beispiel MT300 als Bestätigung eines Devisengeschäfts
  4. Collections & Cash Letters
    Dokumenten-Inkassi
  5. Securities Markets
    Wertpapiertransaktionen
  6. Precious Metals & Syndications
    Edelmetallgeschäfte
  7. Documentary Credits & Guarantees
    Akkreditive und Garantien, zum Beispiel MT700 als Akkreditivausstellung
  8. Travellers Cheques
    Reisescheck-Transaktionen
  9. Cash-Management & Customer Status
    Cashmanagement/Auszüge wie zum Beispiel der MT940 als Bank-an-Kunde Kontoauszug

SWIFT vertreibt außerdem auch Software zur Nutzung des SWIFT-Netzes (z.B. Alliance), gibt Verzeichnisse der Banken und deren BIC-Codes in Papier- und Elektronikform heraus, sorgt für die Standardisierung von Nachrichtentypen und stellt sein Netz auch als Provider für Filetransfer von Massendaten zwischen Banken zur Verfügung.

 

 

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